05.09.2010
Bundesratswahl: So viel verdient SP-Favoritin Simonetta Sommaruga

Bern. Bisher hatte SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr als einzige Bundesratskandidatin ihren Steuerausweis offen gelegt: 200 000 Franken Einkommen, 626 000 Franken Vermögen. Im Interview mit der Zeitung «Sonntag» doppelt nun SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga nach. Sie und ihr Ehemann Lukas Hartmann hätten 2009 «120 000 Franken Einkommen versteuert und ein Vermögen von 610 000 Franken». 400 000 Franken dieses Vermögens steckten im Haus. «Ich finde es gut, dass Sie das fragen», betont Sommaruga.
Sie ginge in Sachen finanzieller Transparenz gar noch einen Schritt weiter. «Ich würde sogar empfehlen, dass die Parlamentarier nicht nur ihre Interessenbindungen offen legen, sondern wie viel sie je damit verdienen», sagt Sommaruga. «Es gibt Politiker, die behaupten, dass sie für ein Mandat 100 000 Franken erhalten aber dennoch unabhängig urteilen können. Ob die Wähler das auch so sehen, sollten sie selber entscheiden können.» Mit der Offenlegung von Fehr und Sommaruga steigt der Druck auf die freisinnigen Bundesratskandidaten, ihre versteuerten Einkommen und Vermögen ebenfalls öffentlich zugänglich zu machen. Das aber will Karin Keller-Sutter nicht. «Das Steuerregister im Kanton St. Gallen ist nicht öffentlich», sagt die Regierungsrätin gegenüber der Zeitung «Sonntag». «Und ich bin eine Befürworterin des Steuergeheimnisses. Ich sehe keine Veranlassung, meine Steuerdaten offen zu legen.» Besonders interessant wären die Daten von Unternehmer Johann Schneider-Ammann. Er antwortete gestern nicht auf eine entsprechende Anfrage. Die Zeitschrift «Bilanz» schätzt das Vermögen der Besitzerfamilie der Ammann Group auf 500 bis 600 Millionen Franken.


Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held: Volk soll Bundesräte wählen

Bern. Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held fordert in der Zeitung "Sonntag" die Volkswahl der Bundesräte. Die wirtschaftsnahe Denkfabrik arbeitet zurzeit an einer Studie zum Thema. Held kritisiert das heutige Verfahren: "Das Wahlprozedere ist heute zu spielerisch, ja fast frivol. Wer am Schluss gewählt wird oder welches Departement bekommt, ist von Zufälligkeiten und seltsamen Kriterien wie der Anciennität abhängig." Wie eine Volkswahl funktionieren könnte, "dem wird Avenir Suisse nachgehen." Und weiter: "Heute fürchten viele die Volkswahl, weil sie angeblich bloss eine Show bietet. Doch diese Show ist ein hartes Auswahlverfahren, das vielleicht die Ästhetik stört, aber die Qualität verbessert. Im jetzigen Verfahren wurde zum Beispiel kaum je überlegt, ob es hervorragende, unabhängige Kandidaten von ausserhalb der Politik geben könnte." Freuen wird dies die SVP, die zurzeit Unterschriften für die Initiative "Volkswahl der Bundesräte" sammelt.


SBB: Weniger Schalter an den Bahnhöfen

Bern. Mit einem neuen Verkaufskonzept wollen die SBB die Zahl der Billettschalter zugunsten von «betreuten Selbstbedienungszonen» abbauen. Dies berichtet die Zeitung "Sonntag". So haben die SBB für den Bahnhof Bern aufgrund ihrer neuen Verkaufsphilosophie ein Umbauprojekt von sieben Millionen Franken für 2011 beschlossen. Die Zahl der Verkaufspunkte im Bahnhof Bern wird von fünf auf einen reduziert, wie die SBB bestätigen. Im Gegenzug steigt die vermietbare Verkaufsfläche, wodurch die Bahn ihre Mieteinnahmen langfristig erhöhen kann.
Bereits umgesetzt ist das neue Konzept in Zürich und Freiburg; Basel, Biel, Zug und Genf Flughafen haben die SBB zu «Pilot-Bahnhöfen» erklärt, wo das neue Konzept getestet wird. Dieses führt dazu, dass die SBB weniger Schalterbeamte für den Billettverkauf benötigen. Doch das Personal soll nicht entlassen, sondern für andere Aufgaben eingesetzt werden, wie die SBB betonen. Die Verkaufsmitarbeiter würden künftig im Verkehrs- oder Ereignismanagement wie etwa bei Zugausfällen oder Grossanlässen eingesetzt. Die Eisenbahnergewerkschaft SEV befürchtet dennoch einen schleichenden Stellenabbau und kritisiert das neue SBB-Konzept als «Strategie, den Kundenservice kontinuierlich zu reduzieren.» SBB-Chef Andreas Meyer verteidigt hingegen das Konzept, das «effizientere Auskünfte und bedürfnisgerechtere Bedienung der Kunden» erlaube.


Meteomedia-Aktionäre legen Streit an geheimer GV überraschend bei ++ Kachelmann war dabei

BADEN. Die Generalversammlung der Meteomedia fand am Freitagabend an einem diskreten Ort in der Ostschweiz statt, wie Recherchen der Zeitung «Sonntags» ergaben. Dabei kam es erstmals zu einem Treffen der zerstrittenen Aktionäre. Firmengründer Jörg Kachelmann war an der Krisensitzung präsent und trat «sehr selbstsicher» auf, wie mehrere Versammlungsteilnehmer den "Sonntag" berichten. Trotz anderer Vorzeichen raufte sich die Versammlung überraschend zusammen. Die Reihen seien «vorerst geschlossen», sagt ein Anwesender. Der Zürcher Rechtsanwalt Martin Kurer und der zuvor für die deutsche WDR Mediagroup tätige Dietmar Gamp wurden dabei formell in den Meteomedia-Verwaltungsrat gewählt. Schon zuvor war Frank B. Werner nach einer Auseinandersetzung über Kachelmanns künftige Rolle in der Firma zurückgetreten. Positiv gewertet wurde, dass Kachelmann seine VR-Position vorerst ruhen lässt. Der weitere Verlauf hängt vom Ausgang des am Montag in Mannheim beginnenden Prozesses ab. Bei einer Verurteilung drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft. An der Sitzung äusserte sich der 52-Jährige TV-Moderator nicht zum bevorstehenden Prozess.


Kachelmanns Ex-Geliebte will Öffentlichkeit bei ihrer Aussage nicht ausschliessen

SCHWETZINGEN (D). Die ehemalige Geliebte von Jörg Kachelmann will vor Gericht beweisen, dass sie vom TV-Moderator vergewaltigt und mit einem Messer bedroht wurde. Wie die Zeitung «Sonntag» aus zuverlässiger Quelle weiss, drängt sie gegen den Willen ihres Anwaltes darauf, die Öffentlichkeit bei ihrer Aussage nicht auszuschliessen. «Sie will öffentlich zeigen, dass sie nichts zu verbergen hat», so ein Freund der Familie in Schwetzingen. Dort soll es im Februar zu der Tat gekommen sein. Die 37-jährige Journalistin arbeitet unterdessen wieder stunden- und tageweise bei einem Spartensender, wie der "Sonntag" meldet. «Sie wirkt im Hintergrund und gestaltet Beiträge, beispielsweise über Hip und House Music», sagt ein Radio-Insider zu der Zeitung. Bekannt im Umfeld der Familie machen laut dem Bericht deutlich, wie schwer der Radiofrau der Schritt zur Anzeige gegen den Star-Meteorologen gefallen ist. Als Medienprofi habe sie erahnt, was auf sie zukommen werde, «aber mit dem Wissen von heute, würde sie es nicht mehr tun», so der Tenor.


Run auf das Sarrazin-Buch in der Schweiz: Fast überall ausverkauft

BADEN. Das umstrittene Buch "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin findet in der Schweiz reissenden Absatz. In vielen Läden ist es ausverkauft, wie eine Umfrage der Zeitung "Sonntag" ergab. "Derzeit stehen mehrere tausend Lieferungen aus, das Buch ist bei uns momentan schweizweit ausverkauft", sagt Roger Huber, Sprecher von Ex Libris. Auch bei Orell Füssli heisst es, das Buch sei erst wieder Mitte September verfügbar. Und Nicole Thomé, Filialleiterin von Thalia Basel, berichtet: "Das Buch war bei uns innert zwei Tage ausverkauft." Die Gesamtauflage des Buchs wird nach Angaben des Verlags DVA bei 250'000 Exemplaren liegen.


Asyl-Streit: Bester Aargauer Maturand soll in die Elfenbeinküste ausgeschafft werden

Aarau. Olivier Cayo (22) schrieb eine brillante Maturarbeit - Note 6 und Auszeichnung als eine der fünf besten Maturarbeiten im Kanton Aargau. Doch jetzt sagt das Bundesverwaltungsgericht: Cayo muss ausgeschafft werden. Vor fünf Jahren kam Olivier Cayo in die Schweiz, büffelte Deutsch in einem kleinen Zimmer im Asylzentrum, das er mit einem Mitbewohner teilte. Schliesslich bekam er die Möglichkeit, in die Kantonsschule einzutreten. Er fand schnell Anschluss, baute Freundschaften auf, lernte seine Freundin kennen und viele Menschen, die ihn mögen und schätzen. Gegen seine Ausschaffung macht nun der halbe Aargau mobil. Auf politischer Ebene bekommt Olivier Cayo Unterstützung. SP-Grossrat Ivica Petrusic aus Aarau plant eine Unterstützungsaktion durch Politiker aus dem Aargauer Parlament. Und selbst SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner findet, die Schweiz müsse Herz zeigen und Olivier Cayo hierbleiben lassen. «Es ist unfair und unmenschlich, jemanden hier die Matur machen zu lassen, seinen Fall so lange zu verschlampen und ihn dann nach Hause zu schicken.» Das sei eine absolute Fehlleistung des Departements von Bundesrätin Widmer-Schlumpf. «Allerdings darf man Olivier Cayo nicht bevorzugen, weil er intelligent ist.» Er solle bleiben dürfen, weil er den Willen gezeigt habe, sich zu integrieren.


"Basler Zeitung": Neuer Chefredaktor bereitete sich auf Streik vor

Basel. Markus Somm leitet seit Montag die «Basler Zeitung» (BaZ). Er rechnete gemäss Recherchen der Zeitung "Sonntag" damit, dass die Redaktion auf seine Ernennung mit einem Proteststreik reagieren könnte, also rekrutierte er eine Handvoll Ersatz-Journalisten. Jeder bekam 500 Franken für die Bereitschaft, sich als Streikbrecher zu betätigen. Wäre es tatsächlich zum Einsatz gekommen, hätte sich das Honorar auf 1000 Franken verdoppelt. Somm, der zuvor stellvertretender Chefredaktor bei der «Weltwoche» war, wollte dazu gestern keine Stellung nehmen. Doch die «BaZ»-Redaktion dachte nicht an Streik. Somm liess verlauten, er wolle die Zeitung nicht auf einen Rechtskurs trimmen, sondern bloss das Spektrum um bürgerliche Positionen erweitern. Bürgerlicher, wirtschaftsfreundlicher: So wünschen es Martin Wagner und Tito Tettamanti, die beiden «BaZ»-Eigentümer. Derweil sagt "Weltwoche"-Verleger Roger Köppel im "Sonntag"-Interview, er freue sich, einen "Vertrauen in einem anderen Verlagshaus" zu haben. Möglicherweise würden sich dadurch "Synergiemöglichkeiten" ergeben. Die Besetzung seines Stellvertreter-Postens will Köppel nicht zu einem Kurswechsel nutzen. Er hält am Rechtskurs fest: "Ich werde sicher nicht Moritz Leuenberger als stv. Chefredaktor holen."


UBS prüft Verlagerung des Personalwesens von Zürich ins Ausland

Zürich. UBS-Konzernchef Oswald Grübel arbeitet weiter mit Hochdruck daran, die Kosten zu senken. Gemäss Recherchen der Zeitung "Sonntag" prüft die UBS, das Personalwesen aus der Schweiz ins Ausland zu verlagern. Gemäss einem Insider soll künftig nur noch das UBS-Kader von Zürich aus betreut werden – die übrigen Angstellten von London und Barcelona aus. UBS-Kommunikationschef Peter Hartmeier sagt, ein Entscheid sei noch nicht gefallen, ergänzt aber: «In der Schweiz führt die UBS zusammen mit der Firma ACS eine Überprüfung der Human resources shared services durch.» Die Abteilung «Human resources shared services» macht unter anderem die Lohnadministration. Bei ACS wiederum handelt es sich um eine Service-Firma, die zum Xerox-Konzern gehört. Die UBS arbeitet mit ACS bereits heute zusammen. Peter Hartmeier sagt dazu: «In Grossbritannien sind ein Teil der Human resources shared services bereits im Frühling 2009 zu ACS verlagert worden. ACS betreut diese Aufgaben nun innerhalb ihrer eigenen Infrastruktur von London und Barcelona aus.» Offenbar hat die UBS mit dieser Auslagerung gute Erfahrungen gemacht, sodass sie nun auch die Auslagerung der Schweizer Personaladministration erwägt. Auslagerungen im Dienstleistungsbereich nehmen bei den Schweizer Banken zu. Die UBS hat zum Beispiel in Krakau (Polen) eine Abteilung mit 30 Mitarbeitern aufgebaut, die für UBS-Manager anspruchsvolle Präsentationen entwirft.


Die UBS zügelt Teile des Investmentbankings ins Private Banking

ZÜRICH. Damit das Privatkundengeschäft rentabler wird, baut UBS-Chef Oswald Grübel dort mit IPS eine kleine Investmentbank auf: Der neue Bereich ist seit dem 1. Juli in Betrieb, bestätigt UBS-Kommunikationschef Michael Willi gegenüber der Zeitung "Sonntag". Er vereint die Anlage-Produkt-Designer aus dem Investment- und Private Banking um sich. In IPS treffen die Anlagespezialisten aus dem Asset Management auf 200 bis 300 «Capital Markets»-Spezialisten aus der Investmentbanking. Letztere sollen laut Willi für die Unternehmer- Kunden und für Familienfirmen Kapitalerhöhungen und Anleihen-Emissionen organisieren. Grübel macht damit das, was er früher schon bei der Credit Suisse getan hat: Er transferiert Teile des Investmentbankings ins Private Banking, damit die Gewinne der transferierten Geschäfte im Privatebanking anfallen. Hier hat der gleiche Gewinn nämlich in den Augen der Aktionäre einen höheren Wert: Wegen der geringeren Ergebnisschwankungen bewerten Investoren die Aktien einer reinen Privatbank zu Kursen, die 13- bis 15mal den Reingewinn betragen. Reine Investmentbanken hingegen werden nur zu 7- bis 8-mal den Gewinn bewertet. So werden die Börsenaufträge der Privatkundenberater heute zuerst bei IPS gebündelt, bevor sie im Investmentbanking vom Börsenhändler abgewickelt werden. Die Differenz zu den viel höher angesetzten Courtagen im Pirvate Banking erhöht die Marge des Private-Banking-Geschäfts. Sprecher Willi betont dagegen die Vorteile von IPS für die Kunden: «Es geht darum, unseren Kunden die besten Lösungen in einem neuen Marktumfeld anbieten zu können.»


Cédric Wermuth tritt als JUSO-Präsident zurück und kandidiert für den Nationalrat

BERN - Gegenüber der Zeitung «Sonntag» kündigt SP-Vizepräsident und Juso-Chef Cédric Wermuth seine Kandidatur für den Nationalrat an: «Wenn alles klappt, werde ich am 23. September von meiner Bezirkspartei als Kandidat nominiert.» Am 20. November soll dann die Kür durch die Kantonalpartei erfolgen. Gleichzeitig gibt Wermuth seinen Rücktritt als Präsident der Juso auf März 2011 bekannt. «Ich habe meine Ziele bei der Juso erreicht. Wir haben unseren Mitgliederbestand mehr als verdoppelt, sind die Bekannteste aller Jungparteien und beweisen derzeit mit unserer Lohninitiative, dass wir initiativfähig sind», so Wermuth.


50'000 Franken für toten Nigerianer: Gesetzliche Grundlage fehlte

Bern. 50'000 Franken hatte das Bundesamt für Migration (BFM) den Hinterbliebenen eines nigerianischen Staatsangehörigen gezahlt, der im März unter noch nicht geklärten Umständen bei der Abschiebung gestorben war. Nun hat der Bundesrat eine Interpellation von FDP-Nationalrat Philipp Müller beantwortet. Das BFM sei bisher noch nie mit einem ähnlich gelagerten Fall konfrontiert gewesen und habe dementsprechend auch noch nie ähnliche Beiträge geleistet, heisst es in der Antwort. «Zumal hierzu auch keine Gesetzesgrundlage besteht.» Dies berichtet die Zeitung "Sonntag". Müller wollte unter anderem wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage die Zahlung erfolgt sei und aus welcher Kasse sie stamme. «Es ist unglaublich», kritisiert Müller, «dass man trotz fehlenden rechtlichen Grundlagen eine solche Summe zahlte.» Der FDP-Nationalrat betont, die 50000 Franken entsprächen kaufkraft-bereinigt für Nigeria einer viel höheren Summe: drei Millionen Franken. Bis heute ist die Todesursache des Nigerianers umstritten. Ein Gutachten des Zürcher Instituts für Rechtsmedizin (IRM) war zum Schluss gekommen, eine schwere, zuvor nicht erkannte Herzkrankheit habe zum Tod geführt. Der Rechtsvertreter der Angehörigen bestritt dies, worauf der untersuchende Staatsanwalt Christian Philipp das IRM mit der Kritik konfrontierte. Im umfangreichen Gutachen zeigte sich, dass der Nigerianer zwischen eineinhalb und zweieinhalb Monaten keine Nahrung zu sich genommen und damit 33 Kilogramm verloren hatte - mehr als ein Drittel seines Körpergewichts. «Hier ist etwas faul. Die Zahlung von 50000 Franken riecht stark nach Schweigegeld», sagt Müller. Die Zahlung sei «kein Schuldeingeständnis», betont hingegen der Bundesrat.. «Sondern eine humanitäre Geste im Einzelfall gegenüber der Familie», da der Tod während einer staatlichen Zwangsvollstreckung eingetreten sei. Sie sei zustandegekommen, nachdem die nigerianische Botschaft schriftlich um Unterstützung für Bestattungs- und Transportkosten ersucht habe. Mit dieser «einmaligen Geste» sei «kein Präjudiz» geschaffen worden. Müllers Konter: «Und trotzdem nehmen die Nigerianer nach wie vor ihre eigenen Landsleute nicht zurück.»


Walter Andreas Müller (WAM) wird beim Radio (teil)pensioniert

Zürich. Am Freitag ist Walter Andreas Müller (WAM) 65 Jahre alt geworden. Damit sieht der bekannte Mime, Parodist und Imitator den Zeitpunkt für gekommen, die Arbeit hinter dem Radio-Mikrofon zu reduzieren. Er gibt die Sendung «Schwiizer Musig» und «Visite» auf, wie er der Zeitung "Sonntag" sagte. Er wird aber das Montags-Wunschkonzert vorläufig weiterhin betreuen. WAM war 35 Jahre Mitarbeiter von Radio DRS. Er moderierte Morgensendungen genauso wie den «Nachtexpress». Schon früh stiess der gelernte Schauspieler zur Radio-Satiresendung «Oder», die von Hans Gmür betreut wurde. Danach lieh er seine markante Stimme dem Humormagazin «Faktenordner». In der Sendung «Zweierleier», die er nach wie vor zusammen mit Birgit Steinegger gestaltet, kommt sein ausgesprochenes Parodisten-Talent zum Ausdruck. Im Gespräch mit dem «Sonntag» erzählt WAM von seiner Jugend in Zürich Wollishofen. Er verlor als Fünfeinhalbjähriger seine Mutter und wurde ein «Saugof». Dank einer gutherzigen Stiefmutter fand Müller auf den richtigen Weg zurück. WAM: «Sie hat mir auch das Herz für das Musische geöffnet.»


Bundesanwaltschaft zahlte 22 200 Franken für Beratermandat

BERN. Es sollte für Bundesanwalt Erwin Beyeler der ganz grosse Fall werden, doch in der Anklageschrift gegen den Zürcher Bankier Oskar Holenweger bleiben von den ursprünglichen Vorwürfen nur noch Fragmente übrig. In ihrer Öffentlichkeitsarbeit wurde die Bundesanwaltschaft von der Kommunikationsfirma Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten beraten, insbesondere von Ex-Medienprofi Jürg Wildberger. 22 200 Franken inklusive Mehrwehrsteuer war dieses Mandat wert, wie die Zeitung "Sonntag" meldet. Sie beruft sich auf eine Antwort des Bundesrates auf eine Interpellation von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. «Das Mandat war zeitlich begrenzt und ist abgeschlossen», schreibt die Regierung. Wildberger und Co. hätten «keinen Einblick in die Anklageschrift» gehabt und auch «bei der Formulierung nicht mitgewirkt». Auffallend: So sicher scheint sich der Bundesrat nicht zu sein und benutzt mehrfach die Wendung «laut Bundesanwaltschaft». Offen bleibt, für was genau das Geld geflossen ist.


Tiefere Medikamentenpreise: Pharma und Apotheken streichen 1800 Stellen

BASEL. Die vom Bundesrat verordnete Senkung der Medikamentenpreise hat negative Folgen für die Pharmabranche. «In der Schweiz sind in den letzten drei Jahren sicher 1000 Arbeitsplätze verschwunden», sagt Walter Hölzle, Präsident der Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, gegenüber der Zeitung «Sonntag». Er stützt sich auf eine Umfrage bei grossen Mitgliederfirmen wie Pfizer, Sanofi Aventis, Astra Zeneca, Glaxo Smith Kline oder Merck Sharp & Dohme. «Die Preissenkungen schlagen direkt aufs Ergebnis durch», sagt Hölzle. «Den Firmen bleibt nichts anderes übrig, als die Personalkosten zu senken.» Von den Stellenstreichungen waren vor allem Mitarbeiter in Verkauf und klinischer Entwicklung betroffen. Rund 600 wurden entlassen, etwa 400 weitere Stellen wurden nicht mehr neu besetzt. Fürs nächste Jahr rechnet Hölzle damit, dass der Bund nochmals Einsparungen im Wert von 100 bis 200 Millionen Franken verordnet. «100 weitere Arbeitsplätze sind somit gefährdet.» Betroffen sind nun auch die Apotheken: Auf Anfang März senkte der Bundesrat die Vertriebsmarge bei kassenpflichtigen Medikamenten von 15 auf 12 Prozent. Die Folgen tragen laut Marcel Mesnil, Generalsekretär des Schweizerischen Apothekerverbandes Pharmasuisse, die Mitarbeiter: «720 Stellen sind bedroht.» Das entspricht fast einer halbe Stelle pro Apotheke. «Viele Apotheken haben keine andere Wahl, als Mitarbeiter zu entlassen», sagt Mesnil. Und er warnt den Bundesrat, weiter an der Preisschraube zu drehen: «Erneute Margensenkungen sind nicht mehr weiter denkbar ohne massive Entlassungen von Personal und Schliessungen – vor allem von Quartier- und Landapotheken, die eine sehr wichtige Versorgungsfunktion mit Medikamenten und Beratung sicherstellen.»


Schauspieler Hugh Grant: Makabrer Scherz über Zürcher Dignitas

Zürich. Der britische Kinostar Hugh Grant, der am kommenden Donnerstag 50 Jahre alt wird, ist über seinen bevorstehenden Geburtstag so unglücklich, dass er sogar darüber gescherzt hat, seinem Leben in einer Klinik für Sterbehilfe ein Ende zu setzen - und dies in der Schweiz: «Ich fürchte mich. Es gibt da diese Klinik in der Schweiz, Dignitas. An meinem 50. Geburtstag werde ich mich dort einweisen - 50 Jahre sind einfach genug!», so Grant im Interview mit dem britischen «OK!»-Magazin. Doch der Witz des Stars aus «Vier Hochzeiten und ein Todesfall», kommt bei Dignitas überhaupt nicht gut an: «Solche Aussagen sind so Absurd, dass wir sie gar nicht kommentieren möchten», so Dignitas Mitarbeiter Silvan Luley zur Zeitung «Sonntag». «Wenn Herr Grant das wirklich genau so gesagt hat, dann ist dies schon sehr bedenklich.»


Schlechter Sommer: Schweizer Freizeitparks auf Talfahrt

ZÜRICH / 2009 war für viele Freizeitparks dank des schönen Wetters ein Rekordjahr. 2010 wird hingegen keines: «Wir liegen 10 Prozent hinter dem Vorjahr zurück», sagt Erich Brandenberger, Geschäftsführer vom Connyland in Lipperswil TG in der Zeitung "Sonntag". Zählt das Connyland, das berühmt für seine Deflinshows ist, an einem schönen Samstag manchmal 3000 Besucher, können es an einem trüben Samstag auch nur 500 sein. «An sehr vielen Wochenenden war das Wetter diesen Sommer zu schlecht», klagt auch Otto Matter, Besitzer des Happyland in Granges. Der Walliser Erlebnispark zählte letztes Jahr rund 50000 Besucher. Doch heute siehts anders aus: «Wir sind 20 Prozent unter Vorjahr.» Im Familienpark Schongiland in Schongau LU ist die Bobbahn der grosse Renner. Allein im letzten Jahr zählte Geschäftsführer Thomas Müller 460000 Fahrten und insgesamt rund 40000 Besucher – Zahlen, die heuer nicht erreicht werden. Die Parkbetreiber hoffen nun auf gutes Herbstwetter: «20 Grad, sonnig und kein Regen, das wäre ideal», sagt Erich Brandenberger vom Connyland. Doch auf Petrus alleine möchte man sich dann doch nicht verlassen. Deshalb investieren die Schweizer Freizeitparks teures Geld in neue Attraktionen. Im Connyland ging im Juli die neue Achterbahn Cobra in Betrieb, die einen Looping beinhaltet und es auf 85 km/h bringt. Kostenpunkt: 3 Millionen Franken. «Seither kommen vermehrt auch Teenager zu uns», sagt Brandenberger. Nächstes Jahr werden zudem 1.5 Millionen Franken in ein neues Restaurant investiert. Und: «Vielleicht werden wir schon bald ältere Attraktionen ersetzen, zum Beispiel durch ein 4D-Kino oder eine Twister-Bahn.» Das Happyland zieht nach:«Wir sparen, damit wir nächstes Jahr für rund 400000 Franken ein neues Ballon-Karussell kaufen können», sagt Otto Matter. Und im Schongiland soll schon bald eine "Kometen-Schaukel" installiert werden für 120'000 Franken. Andere Freizeitparks konnten hingegen vom Regen profitieren und die Besucherzahlen bis Ende August um bis zu 10 Prozent steigern. Dies bestätigen das Alpamare in Pfäffikon SZ, der Sport- und Erlebnispark Milandia der Migros am Greifensee ZH sowie der Swiss Holiday Park in Morschach SZ. Ihr Vorteil: Ein Grossteil ihres Angebotes ist unter Dach.


UBS-Werbespot: Liess sich Oswald Grübel von Steve Jobs inspirieren?

ZÜRICH Der neue Werbespot der UBS "We will not rest" weist Ähnlichkeiten mit dem berühmten "Think Different"-Films von Apple auf, wie die Zeitung "Sonntag" berichtet. Dieser wurde 1997 ausgestrahlt und erreichte rasch einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Parallelen: In beiden Spots sieht man Legenden und Pionierfiguren in Schwarzweiss, von klassischer Musik unterlegt. Auffällig ist zudem, dass gleich drei Figuren in beiden Filmen vorkommen: Der Boxer Muhammed Ali, die Opernsängerin Maria Callas sowie die Aviatikpionierin Amelia Earhart. Während im Apple-Clip Pablo Picasso für Werbezwecke herhalten muss, ist es bei der UBS Salvador Dali. Zum Schluss beider Clips erscheint das Logo inklusive Slogan vor schwarzem Hintergrund. Laut dem Finanzportal "Finews" wird der UBS-Spot bereits im deutschen Werbe-Fachmedium "Horizont.net" diskutiert. Das Marketing-Organ titelt sogar: "UBS und Ergo unter Plagiatsverdacht". In Deutschland wird zurzeit die Werbekampagne der Ergo-Versicherung scharf kritisiert, weil ihr Werbespot alle Szenen praktisch eins-zu-eins aus der Kultbuchverfilmung "High Fidelity" mit Hollywood-Star John Cusack abgekupfert hat. Vergangene Woche sorgte zudem die Werbeagentur Jung von Matt für Aufruhr. Vom Darmstädter Energieunternehmen HSE erhielten die Werber den Auftrag, den Firmenauftritt neu zu gestalten. Das neue Logo gleicht jedoch frappant jenem der Firma Henningsdorfer Stahl Engineering GmbH. Das Logo-Honorar hat HSE deshalb halbiert.


DJ Tatana und die Depression: Alles nur PR?

Zürich. DJ Tatana plauderte bei «Aeschbacher» über ihren Zusammenbruch. Buchautor Ruedi Josuran unterstellt der Plattenmillionärin «Blender-Geschichten aus dem PR-Handbuch». Der bekannte Radio- und TV-Moderator Ruedi Josuran nimmt in der Zeitung "Sonntag" kein Blatt vor den Mund: «Klar, freuen sich die Zuschauer vor dem Fernseher, wenn es jemandem wie DJ Tatana nach einer Krise wieder besser geht. Andererseits fühlen sich viele Depressions-Betroffene und ihre Angehörigen – und dazu zähle ich mich auch – schlicht verarscht!» Der Grund für seinen Ärger ist Tatanas Auftritt bei der der SF-Show «Aeschbacher». Dort redete die mehrfach mit Edelmetall ausgezeichnete Musikerin offen über ihre «schwerste Zeit im Leben». Von einem Tag auf den anderen erlitt Tatana Sterbova (34) alias DJ Tatana einen «seelischen und psychischen Zusammenbruch». Nach dem Party-Festival der Street Parade vor zwei Jahren habe ihre «Seele sehr gelitten», outete sich Tatana vor laufender Kamera. Dabei betonte sie, dass sie sehr stolz sei, es ohne Medikamente wieder aus ihrer Depression geschafft zu haben – und auch dank viel Schlaf während ihres vierwöchigen Klinikaufenthaltes. Sie sei einfach in sich gegangen und habe während Waldspaziergängen immer wieder Bäume umarmt und dadurch viel Kraft erhalten. Ruedi Josuran kann solche Aussagen nicht nachvollziehen: «Was die DJ-Lady da sagte, ist für alle, die an einem Burnout oder einer Depression leiden und deshalb Medikamente einnehmen mussten, wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht», so der Experte, der unter anderem den Bestseller «Mittendrin und nicht dabei» schrieb. DJ Tatana entschuldigt sich im "Sonntag" für allfällige Missverständnisse.


St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj: Hundert Polizisten brachten ihn zum Flughafen

Zürich. "Ein Heer von schwer bewaffneten Beamten aus Spezialeinheiten der kosovarischen und der EU-Polizei Eulex bewachten Ded Gecaj im Kosovo auf dem Weg zum Airport", erklärt sein Anwalt, Universitätsprofessor Kole Krasniqi gegenüber der Zeitung "Sonntag". "Im Einsatz waren rund hundert Polizisten." Gecaj sei am Donnerstag um circa zehn Uhr im Untersuchungsgefängnis Pristina abgeholt worden, erklärt der Anwalt weiter. "Auf dem Airport wurde er dann der Schweizer Spezialeinheit übergeben." Ursula Brasey, die zuständige St. Galler Staatsanwältin zeigt sich erleichtert. Ihr Wunsch ist es, dass Strafverfahren gegen Gecaj so schnell wie möglich abzuschliessen, um die Sache zu Ende zu bringen. Zum Prozess dürfte es aber erst 2011 kommen. Die St. Galler Staatsanwaltschaft wirft Gecaj vor, seine Tochter sexuell missbraucht und 1999 ihren Lehrer Paul Spirig getötet zu haben. Gegenüber "Sonntag" droht Anwalt Krasniqi: "Wenn Ded Gecaj nochmals wegen Mordes verurteilt wird, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als beim internationalen Gerichtshof Klage zu erheben."


Diego Yanez, der neue Chefredaktor des Schweizer Fernsehen, will nicht mehr Boulevard.

Zürich. Der 52-jährige designierte Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Diego Yanez will auf Qualität und nicht auf mehr Boulevard setzen. "Das wäre ein verheerender Entscheid", sagte er gegenüber der Zeitung "Sonntag". Man könne das Fernsehen nicht grundsätzlich neu erfinden, aber das Bestehende weiterentwickeln. Diego Yanez tritt sein Amt am 1. Januar 2011 an. Dann ist er Chef über 23 TV-Sendungen - von der Tagesschau bis hin zu Glanz und Gloria.


Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi hat kirchlich geheiratet

Am Samstagnachmittag heiratete Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi ihre Jugendliebe Giovanni Marchese im Tessin. Mehr als 100 Familienmitglieder und Freunde sowie viele Schaulustige wohnten der traditionellen Trauung in der katholischen Kirche von Monte Carasso, Christas Geburtsort, bei. Dies berichtet die Zeitung "Sonntag". Die Messe wurde auf Italienisch abgehalten, begleitet von Liedern des «Piccolo Coro Monte Carasso», dem Chor, in dem auch Christa als Kind mitgesungen hat. Das Hochzeitsfest stieg im von GaultMillau soeben zum Hotel des Jahres gekürten Fünfsternehaus Eden Roc in Ascona. Zur grossen Überraschung der Hochzeitsgesellschaft wurde das Brautpaar mit der hoteleigenen Yacht, einer Riva Tropicana mit 800 PS, ins Nobelhotel am Lago Maggiore chauffiert. Zum Apéro gabs dem mit rotem Teppich ausgelegten Bootssteg gabs Tessiner Weine und Tessiner Häppchen, das Hochzeitsessen wurde im 16-GaultMillau-Punkte Hotelrestaurant La Brezza serviert.

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